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Flora im Lahn-Dill-Bergland

Der stark wechselnde geologische Untergrund, die relativ großen Reliefunterschiede und die stark wechselnde Nutzung haben zur Folge, dass sich eine dementsprechend vielgestaltige Vegetation etabliert hat. Auf mageren Ackerstandorten wachsen vom Aussterben bedrohte Ackerwildkrautgesellschaften.
Von der Gesamtfläche des Lahn-Dill-Berglandes entfallen 56 % auf Wald (Laub- und Nadelwald bestand, wovon der Anteil privaten Kleinwaldes der höchste in ganz Hessen ist. Das in den westlichen Teilen des Lahn-Dill-Berglandes vor allem vorkommende Grünland nimmt 22 % der Gesamtfläche ein. Nur 16 % der Fläche werden als Ackerland genutzt.


Naturnahe Höhenwälder mit trockenem Eichenbestand wechseln sich ab mit Niederwaldformen auf felsigem Untergrund, in kühler Umgebung wachsen Buchen und Erlen mögen feuchte Standorte. Interessante Reliefstrukturen mit tief eingeschnittenen Tälern charakterisieren die Landschaft. Vor allem in den alten Buchenwäldern können aufmerksame Beobachter den Rotmilan über sich kreisen sehen oder einen Schwarzspecht im Baum entdecken. Dort gibt es auch ein bemerkenswertes Vorkommen des Schwarzstorches, der an anderen Stellen eher zu den selteneren Tierarten gehört. Ihm kommt die offene Kulturlandschaft des Naturparks entgegen, die viele ungestörte Wiesen und Gewässer zur Nahrungssuche bereithält. Mittelspecht und andere Artverwandte finden sich häufiger in den Eichenwäldern. In Wäldern und Steinbrüchen sind nachts Uhus, Wald-, Rauhfuß- und Sperlingskauze sowie Schleier- und Waldohreulen auf Beute aus. Rund 15 Fledermausarten, darunter das Große Mausohr, der kleine Abendsegler und die Rauhautfledermaus gehören ebenfalls zu den Nachtjägern. In den niedrigen Eichewäldern fühlt sich das Haselhuhn wohl, von denen es nur wenige Brutpaare im Naturpark gibt.
Im Nordwesten des Naturparks finden sich Überreste des früheren Eisenerzbergbaus und der Eisenerzverhüttung. In Eschenburg und Haiger werden auf mageren sauren Standorten bis heute noch einige Flächen als Hauberge genutzt. Das Krummholz der schwachwüchsigen niedrigen Eichen wurde „abgehauen“ und zu Holzkohle für die Verhüttung verarbeitet. Neue Pflanzen werden gesetzt und nach einigen Jahren erneut eingeschlagen.

Die Wälder wechseln sich ab mit weitläufigen Wiesenflächen, auf denen vor allem im Sommer eine Vielzahl von Blüten und Heilkräutern gedeihen. Glatthaferwiesen, Pfeifengraswiesen bei Simmersbach und Wilsbach oder Sumpfdotterblumenwiesen sorgen für eine bunte Farbpalette in dieser Umgebung. Arnika, Blutwurz, Johanniskraut und Frauenmantel sind weit verbreitet. Man entdeckt aber auch selten gewordene Wiesenfarne wie die Mondraute oder die Natternzunge.

Lebenselixier Wasser


Der Naturpark ist von einem engen Netz kleiner Fließgewässer durchzogen, in denen jedes Jahr zahlreiche Eisvögelpärchen brüten. Naturnahe Bäche suchen sich ihren Weg durch die eng eingeschnittenen Kerbtäler im Wald. Dort findet die Gestreifte Quelljungfer an sauberen Bachoberläufen einen idealen Lebensraum. Die Blauflügelige Prachtlibelle liebt punktuell sonnenbeschienene Plätzchen in den von Grünland umgebenen Bachauen. An mancher Stelle wie an der oberen Perf und am Siegbach sind Wässerwiesen mit Relikten alter Stauwehre und Bewässerungsgräben erhalten geblieben. Bäche wie Dill, Aar, Siegbach oder Salzböde wurden an manchen Stellen renaturiert, die der Dill zufließenden Bäche sind als Lachsbäche besiedelt worden. Viele Quellen bilden einen wertvollen ökologischen Lebensraum für seltene Pflanzen wie den Fieberklee, das Wollgras und das Breitblättrige Knabenkraut. In den sauberen Bächen finden sich Groppe und Bachneunauge. Der vom Aussterben bedrohte Deutsche Edelkrebs fühlt sich im Meerbach und Simmersbach wohl. Selten zu sehen bekommen Spaziergänger Teichmolche, Wasserfrösche, Kreuzkröten oder Gelbbauchunken. Durch die in den letzten beiden Jahrzehnten gestiegene Wasserqualität sind besonders zwei, zum Teil unter Naturschutz stehende, Wasserflächen zu einem beliebten Ausflugsziel geworden: der Aartalsee und der Perfstausee.


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